Erfolg für Craft-Bierspezialitäten von Schützengarten

St. Gallen. Die Brauerei Schützengarten präsentiert für das Braujahr 2016/2017 ein solides finanzielles Ergebnis. Der Umsatz konnte leicht gesteigert werden. In Zukunft will Schützengarten noch stärker auf einheimische Rohstoffe setzen. Die Ostschweizer Brauerei investiert deshalb in den Anbau neuer Sorten einheimischer Braugerste und Aromahopfen.

Auch im Braujahr 2016/2017, das Ende September abgeschlossen wurde, waren der Schweizer Biermarkt und der Schweizer Bierkonsum durch Veränderungen geprägt. Der gesamte Bierkonsum blieb mit 4,6 Mio. hl und einem Minus von 0,2% gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert. Der Anteil der Importbiere ging erneut leicht zurück, beträgt aber immer noch respektable 24,8%. Nochmals gewachsen ist die Zahl der biersteuerpflichtigen Brauereien, nämlich um 99 auf neu 833 Bierproduzenten, wodurch sich auch die Biervielfalt laufend weiterentwickelt. Die Brauerei Schützengarten nimmt diesbezüglich eine Vorreiterrolle ein, indem sie im Spezialitäten- und Premium-Segment mit neuen Bieren sehr erfolgreich agiert.

Mehr Getränke verkauft
„Unser Biergeschäft hat sich analog zum Gesamtmarkt entwickelt“, erklärt Reto Preisig, Vorsitzender der Schützengarten-Geschäftsleitung an der Medieninformation. „Im Detailhandel haben wir allerdings mehr erwartet und unsere Wachstumsziele nicht ganz erreicht. In den übrigen Absatzkanälen entsprechen die Bierverkäufe bei intensivem Wettbewerb den Erwartungen. Auffällig ist der anhaltend rückläufige Trend des Bierkonsums in der Gastronomie. Erfreuliche Resultate brachten hingegen die Bierverkäufe an den diversen Veranstaltungen. Ebenfalls konnten wir eine Zunahme im Handel mit Getränken verzeichnen“, zeigt sich Preisig erfreut. Die gesamten Getränkeverkäufe der Brauerei Schützengarten stiegen um rund 3,8%.

Craft Biere als Kleeblatt
Freude bereitet der Brauerei Schützengarten der zunehmende Erfolg ihrer Craft-Biere. Schon vor 20 Jahren hatte das Braumeisterteam von Schützengarten mit der Lancierung des „Chlöschti“ den aktuellen Trend zum Konsum von einzigartigen Bieren „vorausgeahnt“. Mit dem Red India Pale Ale (IPA) und dem Swiss Stout legte Schützengarten den Grundstein zum neuen Sortiment an Bierspezialitäten. Die Craft-Bier-Linie wurde dann im Sommer 2017 durch die Neupositionierung und die Integration des seit 2012 gebrauten Gallus 612 um ein weiteres Bier erweitert. Mit dem zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation lancierten Vadian Pale Ale hat Schützengarten nun das Kleeblatt der vier Craft Biere vervollständigt.
Zum 75-Jahr-Jubiläum der Olma Messen entwickelte die Brauerei Schützengarten zudem ein spezielles Jubiläumsbier. Das Olma-Bier wurde zeitlich befristet ab Juni 2017 bis zur Olma in vielen Detailhandelsgeschäften in der Ostschweiz angeboten.

Weltbestes Amberbier
Weltmeisterliche Ehre gab es für die Brauerei Schützengarten im August 2017. Das Schützengarten Klosterbräu wurde am World Beer Award in London nicht nur mit der Goldmedaille für das beste Amberbier der Schweiz, sondern gleich auch mit dem Titel «World’s best Lager Amber» ausgezeichnet. Am gleichen Wettbewerb gelang dem Weizenbier „Weisser Engel“ als «bestes Weizenbier aus der Schweiz» ebenfalls der Sprung an die nationale Spitze.

Schweizer Rohstoffe
Die Brauerei Schützengarten setzt seit 16 Jahren für die Herstellung ihrer Biere auch auf Rohstoffe aus der Region. Vor allem der Anteil der Schweizer Braugerste soll in den nächsten Jahren weiter wachsen, wie Dr. Martin Ketterer, Technischer Direktor, ausführte. „Wir haben deshalb mit der Saatgutgenossenschaft Flawil Sortenversuche durchgeführt, um herausfinden, welche Gerstensorten sich für den Anbau auf Höhenlagen um 700 Metern speziell gut eignen. Die Versuche sind abgeschlossen. Schon 2018 werden nun 12 Vertragslandwirte auf 20 Hektaren ausgewählte Braugerste für uns anbauen und schliesslich 120 Tonnen einheimische Braugerste liefern.“

Hopfen aus dem Weinland
In der Schweiz wird Hopfen fast ausschliesslich im Zürcher Weinland angebaut. Von dort beliefert die Genossenschaft für Schweizer Hopfen Schweizer Brauereien – darunter seit Jahrzehnten auch die Brauerei Schützengarten – mit ihrem gemeinsam angebauten Hopfen. Martin Ketterer: „Wir setzen aber vermehrt auf charakterstarke, reine Aromahopfen. Deshalb haben wir einen Stammheimer Hopfenbauer beauftragt, exklusiv für uns den speziellen Aromahopfen der Sorte Opal anzubauen. Dieser wurde 2016 erstmals geerntet. Der spezielle Aromahopfen wird für die Herstellung des beliebten Schützengarten Lager hell, Edelspez, Landbier und des Craft Biers Vadian Pale Ale verwendet.“
All diese Anstrengungen von Schützengarten zeigen, dass die nachhaltige Produktion gefördert wird und ihre Produkte damit berechtigt, das Prädikat «Slow Brewing» zu tragen.

Gasthausbrauerei beim Bahnhof St. Gallen
Wie die Brauerei Schützengarten an ihrer Jahresmedienkonferenz bekannt gab, wird sie im Oktober 2018 im ehemaligen Restaurant Dufour an der Bahnhofstrasse in St.Gallen unter dem Namen Brauwerk 1779 eine Gasthausbrauerei eröffnen. „Das Brauwerk 1779 wird unsere Ideenschmiede und Versuchsbrauerei“, erklärte Reto Preisig vor den Medien. Das frühere Restaurant wird ab März 2018 vollständig umgebaut. Im hinteren Teil wird eine offene und für die Gäste einsehbare Kleinbrauerei mit Kupferkessel für 500 Liter Bier pro Sud eingebaut. Das Brauwerk 1779 soll Treffpunkt für Bierliebhaberinnen und Bierliebhaber werden, die Braukunst und Braukultur aus nächster Nähe erleben und in Ruhe und Musse ein gutes Bier geniessen wollen.

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